Besuch in Stade: Was wir aus Ottenbeck konkret lernen können
Gestern waren Vertreter der FDP Cuxhaven in Stade zu Gast und haben den Stadtteil Ottenbeck besucht. Das heutige Wohnquartier wurde vor rund 25 Jahren auf einem ehemaligen militärischen Gelände entwickelt und bietet inzwischen rund 2.000 Menschen ein Zuhause.
Für uns war dieser Besuch ausdrücklich eine Informations- und Lernreise. Die FDP Cuxhaven steht weiterhin hinter der vom Rat beschlossenen Resolution, die vorsieht, die Kaserne in Altenwalde der Bundeswehr wieder zur Verfügung zu stellen. Diese Position bleibt unverändert. Gleichzeitig halten wir es für verantwortungsvoll, auch Alternativen zu kennen – für den Fall, dass sich die Bundeswehr gegen eine Wiederinbetriebnahme entscheidet.
In Ottenbeck wurde besonders deutlich, wie Stadtentwicklung mit Augenmaß gelingen kann. Viele der ehemaligen Kasernengebäude wurden erhalten und sinnvoll umgenutzt. Neubauten wurden ergänzt, ohne den Charakter des Quartiers zu zerstören. Statt alles einheitlich zu kopieren, setzt Ottenbeck auf einen stimmigen Mix aus Nostalgie und moderner Architektur. Das Ergebnis wirkt gewachsen, nicht künstlich.
Auffällig war zudem die klare Ausrichtung auf Familien. Kitas sind im Quartier gut integriert, Kinder waren überall präsent. Spielende Kinder auf den Außengeländen gehörten ganz selbstverständlich zum Stadtbild. Oder, wie es unser Fraktionsvorsitzender Günter Wichert treffend formuliert:
„Kinderlärm ist Zukunftsmusik.“
Genau diesen Eindruck hatten wir vor Ort durchgehend.
Auch die Wohnkonzepte selbst bieten interessante Ansätze. Neben klassischen Einfamilienhäusern gibt es Modelle, bei denen Wohneigentümergemeinschaften gemeinschaftliche Grünflächen nutzen – vergleichbar mit der Logik einer Wohnung im Mehrfamilienhaus, nur im Einfamilienhauskontext. Das schafft Gemeinschaft, ohne Individualität aufzugeben.
Besonders überzeugend war zudem die klare, aber intelligente Trennung von Wohnen und Gewerbe. Wie uns Nils Jacobs aus der Stadtverwaltung Stade erläuterte, erfolgt der Lärmschutz nicht durch trennende Betonwände, sondern durch natürliche Elemente wie Büsche, Grünstreifen und Vegetation. Funktional, aber nicht abweisend.
Insgesamt spielte Natur eine zentrale Rolle im gesamten Quartier. Grünflächen, kurze Wege und eine gute Anbindung prägten unseren Eindruck. In wenigen Minuten erreicht man zu Fuß oder mit dem Fahrrad das große AIRBUS-Areal sowie das Forschungszentrum CFK Nord. Arbeitsplätze, Innovation und Zukunftsentwicklung sind hier unmittelbar spürbar.
Unser Fazit: Ottenbeck ist ein Stadtteil, der zeigt, wie Konversion gelingen kann – durch kluge Planung, Mischung statt Monotonie und den Mut, nicht alles neu, sondern vieles richtig zu machen. Diese Erfahrungen sind nicht nur für Altenwalde interessant, sondern liefern wertvolle Impulse für die Stadtentwicklung in Cuxhaven insgesamt.